Auf seinem ziellosen Streifzug durch die USA erreicht Jack Reacher der Notruf einer alten Army-Kameradin: Ein Mitglied ihrer früheren Einheit bei der Militärpolizei wurde über der Wüste aus einem Hubschrauber geworfen. Die beiden Ex-MPs schwören Rache und machen sich daran, ihr altes Team zusammenzutrommeln. Dabei lernen sie schnell: Es gibt mehr als ein Opfer. Mehr als einen Feind. Und weit mehr als eine Bedrohung.
 
 
„Adrenalin pur!“
Das schrieb die Zeitung Miami Herald über „Trouble“, Lee Childs neuen Krimi um den einsamen Helden Jack Reacher. Doch nicht nur der mittlerweile elfte Band dieser Reihe fand ein so positives Echo, mit jedem einzelnen von ihnen gelang es Lee Child, einen Volltreffer zu landen. Dabei hatte der Erfolgsautor einmal ganz andere Berufspläne …
Der studierte Jurist, geboren 1954 im britischen Coventry, arbeitete bereits 18 Jahre lang als Produzent bei einem Fernsehsender in Manchester, als er einer Restrukturierungsmaßnahme zum Opfer fiel. Spontan beschloss er, aus der Not eine Tugend zu machen und zukünftig seinen Lebensunterhalt mit Schreiben zu verdienen. Zusammen mit seiner Frau Jane, einer gebürtigen New Yorkerin, zog er von Großbritannien in ihre Heimat und machte sich ans Werk.
Zunächst entwarf er für seinen Krimi einen Serienhelden, den er bewusst als „harten Kerl“ anlegte: intelligent, durchtrainiert, einer, der zur Not auch mit Gewalt für Recht und Ordnung sorgte, zuerst als Leiter einer Spezialeinheit bei der Militärpolizei, nach deren Auflösung dann als Privatermittler. Ein einsamer Wolf, der, um keine Spuren zu hinterlassen, als Gepäck lediglich die inzwischen berühmt gewordene zusammenklappbare Zahnbürste mit sich führte.
Zuletzt fehlte Child nur noch ein geeigneter Name für seinen Helden. Die zündende Idee kam ihm bei einem Einkauf im Supermarkt mit seiner Frau. Während Child, der von beachtlicher Größe ist, ihr Waren aus den höheren Regalen herunterreichte, bemerkte Jane trocken: „Sollte das mit dem Schreiben nicht gut laufen, kannst du immer noch im Supermarkt als Reacher (‚Herunterreicher‘) arbeiten.“ Reacher, dachte Child spontan bei sich, eigentlich gar kein schlechter Name …
Ein Job im Supermarkt wurde zum Glück nicht notwendig, denn schon mit seinem Debütroman „Größenwahn“ konnte Child sich als Krimiautor etablieren und wurde mit gleich zwei Awards ausgezeichnet. Inzwischen hat er 15 Bände veröffentlicht, elf davon sind bereits in Deutschland erschienen.
 
 
Der Autor im Interview
 
Reader’s Digest: Gewöhnlich ist Reacher ein Einzelgänger, aber in diesem Buch arbeitet er zusammen mit seinem alten Team. Gab es dafür einen bestimmten Grund?
LC: Ich begann mit den gedanklichen Vorarbeiten zu diesem Titel im Jahr 2005, also zehn Jahre nachdem ich Granada Television verlassen hatte, wo ich Teil eines eingespielten Teams gewesen war. Ich vermute, ich hatte zu diesem Zeitpunkt einfach den Wunsch, wieder Mitglied einer Gruppe zu sein. Das Schreiben ist ja ein einsamer Job. Zudem schien mir die Idee auch für Reacher interessant zu sein. Zwar ist er ein Einzelgänger, aber ich überlegte, wie es wohl wäre, wenn er einen guten Grund hätte, wieder mit seiner alten Einheit zusammenzukommen. Ich dachte, das wäre eine gute Möglichkeit, auch etwas Emotionales in die Geschichte mit einzubringen.
 
RD: Wenn Sie sich an einen neuen Krimi machen, wie gehen Sie da vor?
LC: Ich habe eine Idee für die grobe Handlung, vielleicht noch für eine Eröffnungsszene und dazu eine entscheidende Dialogzeile. In diesem Fall war es ein Satz von Frances Neagley, die sagte: „Ich möchte, dass du die alte Einheit wieder zusammenholst.“ Das schien mir ein toller Aufhänger zu sein.
 
RD: Haben Sie besondere Gewohnheiten beim Schreiben? Und wo schreiben Sie?
LC: Ich schreibe zwischen September und März, fünf oder sechs Tage die Woche, fünf oder sechs Stunden am Tag. Einen Teil des Jahrs verbringe ich in Südfrankreich, dort habe ich zum Arbeiten ein eigenes Haus in der Stadt, das ich als Büro benutze. Es ist aus dem 14. Jahrhundert und liegt in einem arabischen Viertel. In New York habe ich ein Apartment im 25. Stock eines Wohnblocks mit Blick auf das Empire State Building.
 
RD: Als Sie in „Größenwahn“ Reacher erstmals den Lesern vorstellten, waren Sie da überrascht, dass das Buch Frauen genauso zu gefallen schien wie Männern?
LC: Ja, ich dachte, mein Buch würde ausschließlich auf dem Markt für die „echten harten Kerle“ Anklang finden. Frauen, meinte ich, würden meinen Krimi hassen, weil er zu rau, zu schmutzig und zu unzivilisiert war. Ich hatte Angst, das könnte sich negativ auf den Verkauf auswirken, schließlich kaufen ja gerade Frauen eine ganze Menge Bücher. Aber wie sich herausstellte, mochten Frauen meine Bücher von Anfang an, vielleicht sogar mehr als Männer. Das zeigt, wie gut ich mich mit Frauen auskenne!
 
RD: Aber natürlich hat Jack Reacher auch eine große männliche Fangemeinde?
LC: Ja. Reacher ist völlig frei von Verpflichtungen jeglicher Art, offenbar eine Vorstellung, die besonders Männern gefällt ­– die oftmals Hypotheken abzahlen und Verantwortung tragen müssen. Deshalb scheint die Vorstellung, einfach von Ort zu Ort zu ziehen, ohne viel Gepäck, für viele offenbar sehr reizvoll zu sein.
 
„Trouble“ ist einer von vier spannenden, unterhaltsamen und berührenden Titeln aus unserer Buchreihe „Reader’s Digest Auswahlbücher“.
 
 
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